Kelten in der Oberpfalz
Die Maskenfibel wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. aus Bronze gegossen. Sie stammt aus Parsberg in der Oberpfalz. Ihr Stil weist eindeutig auf die Kelten als Hersteller hin. Typisch für die keltische Zier sind Menschen- und Tierköpfe, die stark verformt sind und an Masken erinnern. Das Objekt sollte jedoch nicht nur schmücken. Eine Fibel ist eine Spange, die ein Gewand zusammenhält, vergleichbar mit heutigen Sicherheitsnadeln. Bei diesem Exemplar fehlen jedoch Nadel und Spiralfeder.
Mediterrane Inspiration
Am Fibelfuß sitzt ein kugelförmiger Kopf mit hervorquellenden Augen und nach unten gezogenem Mund. Die Riffelungen unter der Nase stellen keine Zähne dar, sondern den keltischen Schnauzbart. Zwei kleine Hörneransätze auf dem Kopf erinnern an einen Faun, ein gehörntes Mischwesen der Antike. Maskenhafte Züge trägt auch das zweite Gesicht auf dem Bügel der Fibel. Seine kegelartige Kopfbedeckung könnte ein zeitgenössischer Helm sein. Die spitzen Ohren erinnern an einen Silen, ein weiteres Naturwesen der antiken Sagenwelt. Das Silens-Motiv kommt auch auf importierten etruskischen Bronzekannen vor, aus denen reiche Kelten ihren Gästen ebenso importierten Wein kredenzten. Auf der durchbrochenen Kopfplatte unten sitzen zwei Fabeltiere mit zurückblickenden Köpfen und schneckenförmig gestalteten Schenkelansätzen. Die technisch und künstlerisch herausragende Qualität lässt vermuten, dass ihr Träger eine Person von hohem Rang war.
Köpfe und Mischwesen
Mischwesen und Köpfe, wie auf der Fibel zu sehen, spielen in der keltischen Religion eine wichtige Rolle. Antike Historiker berichten von der Kopfjagd der Kelten, geleitet durch die Vorstellung, dass mit dem Besitz des Schädels eines Gegners auch dessen Fähigkeiten auf den Sieger übergehen würden.
Allgemeine Bezeichnung
Maskenfibel
Inventarnummer
Vb1817
Sammlung
Archäologie
Anzahl der Teile
1
Herstellungsdatum
Latènezeit
Fundort
Parsberg, Opf.Parsberg, Oberpfalz
Maße
L. 8,5 cm
Material und Technik
Bronze