Titel
Ornamentscheibe mit Blütenrosetten angeblich aus Merseburg
Allgemeine Bezeichnung
Glasgemälde
Inventarnummer
MM14
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Merseburg?
Herstellungsdatum
um 1260/80
Maße
mit Rahmen: H. 146,5 cm, B. 49,4 cm; lichte Maße: H. 143,5 cm, B. 46,5 cm
H. 146,5 cm; B. 49,4 cm
H. 143,5 cm; B. 46,5 cm
unteres Feld: 80,1 cm; oberes Feld: 60,4 cm
Klassifikation
Glasmalerei
Glasgemälde
Material und Technik
farbiges Hüttenglas mit Schwarzlotmalerei, mittelalterliches Bleinetz
Beschreibung
Ornamentscheibe mit vierblättrigen Rosettenpaaren; unteres Feld rechteckig, oberes rundbogig geschlossen. Die Rahmen zwischen den beiden Feldern sind miteinander verlötet; der Außenrahmen fasst beide Felder zusammen ein.
Vitrinentext
Seit dem 13. Jh. spielen Ornamentfenster eine wachsende Rolle. Die figürliche Verglasung konzentrierte sich nun in der Regel auf die Achsenfenster in Chor und Querhaus. In den übrigen Fenstern entfaltete sich ein großer Reichtum an ornamentalen Formen. Das angeblich aus Merseburg stammende Fenster ist ein frühes Beispiel eines geometrischvegetabilen Ornaments. Vier kreisförmige Blattrosetten überschneiden sich zu einer sternförmigen Blüte.

Ornamental Glass Panel with Petal-Shaped Rosettes. Ornamental windows begin to play an increasingly important role from the 13th century onwards. Figurative glazing was now concentrated on the axial windows in the chancel and the transept. An abundance of ornamental forms developed in the other windows. This window, which allegedly comes from Merseburg, is an early example of decoration with geometric foliage. Four circular petal-shaped rosettes overlap each other to form a star-shaped flower.

Literatur
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus älterer Zeit. 2. Auflage. Nürnberg 1898, S. 6 (angeblich aus dem Dom zu Merseburg. 13. Jh.).
Rainer Kahsnitz. In: Bildführer GNM, 1977, Nr. 78 (angebl. Dom zu Merseburg, mögl.weise Seitenschiffenster Naumburg). Link zur Bibliothek
Peter Ramm. Der Merseburger Dom. Seine Baugeschichte nach Quellen. Weimar 1978, S. 104, Anm. 313 (nach Mitteilung von Ernst Königer, GNM, nebst MM 11 aus dem Dom zu Merseburg stammend).
Karl-Joachim Maercker: Die Medaillonscheiben mit dem Jessebaum im Dom zu Merseburg. In: "Es thun iher viel fragen ...". Kunstgeschichte in Mitteldeutschland. Festschrift für Hans-Joachim Krause (Beiträge zur Denkmalkunde in Sachsen-Anhalt 2). Fulda 2001, S. 126, Anm. 24 (passt von Form und Maßen her in kein heutiges Fenster des Merseburger Doms).
Daniel Hess. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 419, Kat. 350. Link zur Bibliothek