Titel
Hl. Agnes aus St. Walpurgis bei St. Michael/Steiermark
Allgemeine Bezeichnung
Glasgemälde, Rechteckscheibe
Inventarnummer
MM18
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
St. Michael/Steiermark
Herstellungsdatum
um 1295/1297
Maße
mit Rahmen: H. 105,2 cm, B. 40,5 cm, T. 0,8 cm; lichte Maße: H. 103,6 cm, B. 38,9 cm
Klassifikation
Glasmalerei
Glasgemälde
Material und Technik
farbiges Hüttenglas mit Schwarzlotmalerei
Vermerk am Objekt
Beschriftung: in gotischer Majuskel: S.AGNES (im Nimbus)

Vitrinentext
Eine von fünf Rechteckscheiben (Inv.-Nr.: MM16, MM17, MM18, MM19, MM20) aus St. Walpurgis bei St. Michael in der Steiermark: Alle Standfiguren werden von einem Langpass gerahmt. Dies ist eine Rahmenform der Spätromanik, die im Alpenraum fortlebte. Sie bildet einen variantenreichen Teppichgrund aus. Die Rankenornamente setzten sich im Sinne eines Gesamtkunstwerks in den Gewölbemalereien fort. Auch die Figuren knüpfen an ältere Vorbilder an. In ihnen erlebt der frühgotische Zackenstil seine letzte Blüte. In den langgezogenen Faltenbahnen kündigt sich der Durchbruch modernerer Formen an.

Saint Agnes. All of the standing figures are surrounded by a keyhole medallion frame. This is a Late Romanesque frame form that per - sisted in the alpine region. It creates a richly varied tapestry ground. The foliage ornamentation is continued in the painted vaults, thus creating that sense of a total work of art. The figures, too, take up earlier prototypes. Here the Early Gothic zigzag style witnesses its last lowering. The appearance of more modern forms is heralded by the elongated lengths of drapery (s.a. Inv.-Nr.: MM16, MM17, MM19, MM20).

Literatur
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus älterer Zeit. 2. Auflage. Nürnberg 1898, S. 7.
Ernst Bacher: Frühe Glasmalerei in der Steiermark. Ausst.Kat. Landesmuseum Graz anläßlich der Restaurierung der Glasgemälde von St. Walpurgis. Graz 1975, S. 15-21.
Ernst Bacher: Die mittelalterlichen Glasgemälde in der Steiermark. 1. Teil, Graz und Straßengel (CVMA Österreich III, 1). Wien/Köln/Graz 1979, S. XXVI-XXVII, Abb. 6. Link zur Bibliothek
Elisabeth Oberhaidacher-Herzig: Fundator oder Stifter? Ein Beitrag zur Stifter-Ikonographie in der Glasmalerei des späten 13. Jahrhunderts. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 47, 1993, S. 138-143. Link zur Bibliothek
Elisabeth Oberhaidacher-Herzig. In: Ausst Kat. Himmelslicht. Europäische Glasmalerei im Jahrhundert des Kölner Dombaus (1248-1349). Schnütgen Museum Köln 1998, Nr. 45,1-2, S. 230--231.
Elisabeth Oberhaidacher-Herzig. In: Günter Brucher (Hrsg.) Geschichte der bildenden Kunst in Österreich 2. Gotik. München/London/New York 2000, Nr. 170, S. 419-420. Link zur Bibliothek
Daniel Hess. In: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 119, 266-267[urn:nbn:de:bsz:16-artdok-47176], 420, Kat. 356, Abb. 235. Link zur Bibliothek
Elisabeth Oberhaidacher-Herzig: Abbas Admundus Haainricus abhinc oriundus. Die Bildfenster von St. Walpurgis als Memoria für ihren Stifter Abt Heinrich von Admont. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege LXX, 2016, S. 58-67. Link zur Bibliothek