Leonhard Kern (1588-1662); geb. 1588 in Forchtenberg am Kocher (Hohenlohe) als Mitglied einer über Generationen tätigen Steinmetzen- und Bildhauerfamilie; nach der Ausbildung 1603-1609 bei seinem Bruder Michael Kern d.J. Studienreise nach Italien; 1614-1620 in Forchtenberg, Heidelberg und Nürnberg tätig; gest. 1662 in Schwäbisch Hall (Bildhauer in Stein, Holz, Bronze und Elfenbein; ab 1620 Meister in Schwäbisch Hall, ab 1651 in Tullau bei Schwäbisch Hall, 1640 wurde Kern Mitglied des Äußeren Rates der Stadt, 1648 kurbrandenburgischer Hofbildhauer; vor allem als Schnitzer von Elfenbeinstatuetten bedeutend, durch die eigenständige Umsetzung antiker und manieristischer Vorbilder in einen sehr persönlichen, von der Körperlichkeit des lebenden Modells geprägten naturalistischen Stil; produzierte gezielt für bürgerliche und adelige Sammler bis hin zum Kaiser; gilt als einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Bildschnitzer seiner Zeit (weitere Arbeiten Kerns im GNM sind Kat. Nr. 82 und Kat.Nr. 87-90))Christoph Jamnitzer (1563-1618) (Goldschmied und Entwerfer des Portalschmucks, der den Bildhauer Kern als ausführenden Künstler vorschlug)