Titel
Muttergottes
Allgemeine Bezeichnung
Figur aus Kunststein
Inventarnummer
Pl.O.2382
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Salzburg; Österreich; Österreich ID: 1000062;
Herstellungsdatum
um 1420
Maße
H. 68 cm; B. 29 cm; T. 22 cm
Material und Technik
Kunststein - massiv, rückseitig bearbeitet, Reste farbiger Fassung
Beschreibung
Maria ist mit ausgebogener Hüfte nach rechts gewandt. In dieselbe Richtung lenkt sie den Blick zum Kopf des Jesusknaben, den ihre Hände quer vor der Brust tragen. Mit der herabhängenden Rechten hält das Kind den Mantel der Mutter. Diese ist gekleidet in ein rotes Gewand und einen blauen Mantel; die Gewandsäume sind vergoldet.
Vitrinentext
Das Bildwerk vertritt den Typ der Schönen Madonna. Er prägt das Marienbild des Weichen Stils. Grundlage der Bezeichnung sind besonders schönlinige Gewandund Antlitzgestaltung. Salzburg war um 1400 avantgardistisches Kunstzentrum, in dem burgundisch-niederländische Anregungen und lokale Voraussetzungen miteinander verbunden wurden. Steingussplastik ist für die Zeit typisch, doch auf den süddeutsch-böhmischen Raum beschränkt.

Literatur
Stafski, Heinz: Die Bildwerke in Stein, Holz, Ton und Elfenbein bis um 1450 (Die mittelalterlichen Bildwerke Bd. 1). Nürnberg 1965, S. 183-184, Kat.Nr.168.
Clasen, Karl Heinz.: Der Meister der Schönen Madonnen. Berlin/New York 1974, S. 129.
Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 426, Kat.Nr. 400.
Frank Matthias Kammel: Mittelalter. In: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlung. Nürnberg 2012, (S. 39-62), S. 57.
Hlobil, Ivo et al.: Krásné madony ze Salcburku. Litý kámen kolem 1400 / Schöne Madonnen aus Salzburg. Gussstein um 1400. Prag 2019, S. 126-129, Kat.-Nr. 13