Titel
Die Septemvirn des Nürnberger Rates von 1625 bis 1627
Allgemeine Bezeichnung
Relief aus Wachs
Inventarnummer
Pl.O.2838
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Mittelfranken; Nürnberg
Herstellungsdatum
1625
Hersteller
Georg Holdermann (1585-1629)
Georg Holdermann; geboren und gestorben in Nürnberg 1585-1629 (Wachsbossierer und Goldschmied; nach der Goldschmiedelehre bei seinem Vater Dietrich Holdermann vorwiegend Modelleur für Medaillen; ab 1614 als Wachsbossierer und Konterfetter bezeichnet)
Maße
H. 43,5 cm; B. 35 cm; Holzrahmen: H. 50,5 cm; B. 41,3 cm
Material und Technik
Wachs auf Zinnplatte; Silberfolie; Glas; Messingdraht - Wachs: farbig gefasst
Standort
Dauerausstellung Renaissance, Barock, Aufklärung
Beschreibung
Wachsrelief auf geschwärzter Zinnplatte in Holzrahmen mit Glasdeckel. In der Mitte der hochrechteckigen Tafel sind die sieben silhouettierten Brustbilder der Septemvirn so angeordnet, dass die in Schrägansicht wiedergegebenen Büsten zur Mittelachse ausgerichtet sind. Die siebte Büste unten weist - vom Betrachter aus gesehen - nach links. Der äußere Rahmen verläuft rechteckig. Die Farbigkeit des äußeren Rahmens ist der Thematik entsprechend differenziert. Ornamente und Rathaus weiß mit Gold bzw. Silber; Tugendpersonifikationen blassrosa; vier Monarchien in dunklerem Lachsrosa, wobei die oberen Figuren heller sind als die unteren. Farbigkeit der Medaillons: Lorbeerkränze grün mit goldenen Blatträndern und Mittelrippen, Pelzbesätze braun, Gewänder schwarz, Ketten golden. Inkarnat, Haarfarbe und Augenfarbe individuell verschieden; Volckamer: Inkarnat blassrosa, Haare und Augen grau; Imhof: Inkarnat rosa, Haare und Augen grau; Pömer: Inkarnat gelblich, Haare und Augen grau; Fürer: Inkarnat blassrosa, Haare und Augen braun; Holzschuher: Inkarnat rosa, Haare schwarz, Augen dunkelbraun; Grundherr: Inkarnat gelblich, Haare dunkelblond, Augen hellbraun; Baumgartner: Inkarnat blassrosa, Haare und Augen grau. Inschriften golden vor schwarzem Grund.
Vermerk am Objekt
Beschriftung: links: VRBEM POPVLVMQVE TVENTVR - rechts: HIS CONSERVANTVR IIDEM (in den seitlichen Kartuschen)

Vitrinentext
Sammelkommentar: Seit der römischen Antike wird Wachs als Mittel zur Herstellung von Porträts verwendet. Das Material ließ den höchsten Grad an Wirklichkeitsnähe zu, der durch Einbeziehung textiler Stoffe noch gesteigert wurde. Daher dienten Wachsporträts in der Frühen Neuzeit der privaten Erinnerung. Oft verblieben sie über Generationen im Familienbesitz. Goldschmiede nutzten Wachs zur Anfertigung ihrer Modelle für Medaillen. Beständigkeit und Eigenwert des Metalls machten Medaillen zu einer besonders hoch bewerteten Form des Porträts.

The Seven Elders of the Nuremberg Council from 1625 to 1627. Wax, polychromed, on pewter plaque; silver foil, glass, brass wire. Summary: Wax has been used in making portraits since Roman Antiquity. The material allowed the highest degree of realism, which was reinforced by adding textiles. For this reason wax portraits served the purpose of private remembrance in the early modern period. They often remained in the family for generations. Goldsmiths used wax in creating models for medals. Medals became a particularly highly valued form of portrait owing to the durability and intrinsic value of the metal.

Literatur
Ausstellungskatalog Stadt Nürnberg, 1906, S. 234, Kat.Nr. 981.
Bezold, Gustav von: Der Nürnberger Wachsbossierer Georg Holdermann. In: Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, 1913, S. 3--4. Link zur Bibliothek
Schulz (1933) S. 195 mit Abbildung. Link zur Bibliothek
Achtundachtzigster Jahresbericht des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 1942, S. 18. Link zur Bibliothek
Tunk, Walter: Eine Gedächtnistafel zur Vollendung des Nürnberger Rathauses im Jahre 1622. In: Nürnberger Schau. Monatsschrift der Stadt der Reichsparteitage. 1942, Heft 3, S. 36--38. Link zur Bibliothek
Pohl, Horst: Guido von Volckamer und seine Sammlungen. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bd. 52, 1963--1964, S. 559, Anm. 12. Link zur Bibliothek
Diemer, Claudia: Georg Holdermann und Heinrich Kramer. Zu Nürnberger Wachsreliefs des frühen 17. Jahrhunderts. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1979, S. 123--128, Abb. 2--7.
Krueger, Ingeborg: Ein Prunkbecken des Barock. Zur Ikonographie der Vier Weltreiche nach Daniels Visionen. 2. Teil. In: Kunst und Antiquitäten, 1984, Heft 3, S. 40. Link zur Bibliothek
Wenzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500--1700. Goldschmiedearbeiten. Entwürfe, Modelle, Medaillen, Ornamentstiche, Schmuck, Porträts. Hrsg. von Gerhard Bott. Nürnberg 1985, S. 418--419, Kat. Nr. 531. Link zur Bibliothek
Maué, Claudia: Die Bildwerke des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Teil 1: Franken. Bestandskatalog (Kataloge des Germanischen Nationalmuseums). Mainz 1997, S. 47--51 Kat.Nr. 7.
Irmscher, Günther: Georg Holdermann. Zu einer Relieftafel der Septemvirn des Nürnberger Rates von 1626. In: Weltkunst, Jg. 67, 1997, S. 553--555.
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 217, Abb. 165, 409. Link zur Bibliothek

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