Titel
Ärmeljacke, Spenzer im "altdeutschen" Stil
Allgemeine Bezeichnung
Oberkleidung (Damen)
Inventarnummer
T4011
Sammlung
Textilien-Schmuck
Anzahl der Teile
1
Herstellungsdatum
um 1815
Maße
VL 34 cm, RL 37 cm
Klassifikation
Oberkleidung
Oberkleidung Damen
Material und Technik
Obermaterial: Seide, blaugrün; Leinwandbindung; Futter: Baumwolle, weiß; Wattierung; Schnurpaspel; Zierknöpfe: wie Obergewebe
Standort
Dauerausstellung Kleidung ab 1700
Vitrinentext
Kurze Ärmeljacke (Spenzer)

Seide

Mit dem kurzen Spenzer passte sich die Überkleidung der hohen Taillenlinie an. Im Umfeld der Befreiungskriege wurden "altdeutsche" Schulterpuffen modern.

Jacket (Spencer)

Silk

Kurze, auf Figur gearbeitete Überjäckchen waren um die Jahrhundertwende als wärmende und zugleich schmückende Zutat zum Chemisenkleid aus weißem Mousselin oder Gaze aufgekommen. Als Spenzer oder mit dem französischen Namen Canezou bezeichnet, wurden sie getragen, bis die hellen durchsichtigen Baumwollstoffe nach 1820 allmählich von den farbigen Seiden und gemusterten Baumwolldrucken des Biedermeier abgelöst wurden.

Mit seinen Vorbildern des 16. Jahrhunderts nachempfundenen, über engen langen Ärmeln angebrachten Schulterpuffen folgt das Jäckchen einem im Umfeld von Befreiungskriegen und Wiener Kongress "altdeutsch" orientierten Zeitstil, der für Frauen und Männer in der Erfingung deutscher Nationaltrachten gipfelte. Wenngleich diese nur wenig Durchsetzungskraft zeigten, erfreuten sich historisierende Elemente wie Schulterpuffen, hohe Taillen und Rüschenkrägen bei den Frauen, bei den Männern der altdeutsche Rock und Barett, in diesen Jahren auch bei der modischen Kleidung großer Beliebtheit.

Literatur
Jutta Zander-Seidel: Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 1). Nürnberg 2002, S. 63--64, Abb. 56. Link zur Bibliothek

Sie finden das Objekt in der Dauerausstellung mit der Nummer 6: Dauerausstellung Kleidung ab 1700