Titel
Säge
Allgemeine Bezeichnung
Gestellsäge / Spannsäge / Werkzeug
Inventarnummer
Z2156
Sammlung
Kunsthandwerk II (1500-1800)
Herstellungsort
süddeutsch (?);
Herstellungsdatum
Anf. 18. Jh. (?)
Maße
L. Gestell 66,5 cm, B. Gestell 26,5 cm, H. Gestell 28,5 cm, L. Blatt 49,5 cm, B. Blatt 1,8 cm, Zahnteilung 4 mm
Klassifikation
Werkzeug
Werkzeug
Säge
Material und Technik
Eisen, geschnitten, gefeilt, geschliffen; Arme: Nußbaumholz, Steg: Lärchenholz, Leitholz: Nußbaumholz, Kloben: Obstholz, gesägt, geschnitten, geschnitzt, gezapft, geschwärzt; Messing; textiles Gewebe
Beschreibung
Die Gestellsäge besitzt einen rechteckigen Rahmen, der sich aus zwei leicht konvexen Seitenteilen, den so genannten Armen, einem rechteckigen Querholz, dem Steg, einem Leitholz für das Spannseil sowie zwei Angeln zur Fixierung des Blatts zusammensetzt. Die Arme sind mit achssymmetrischen Flachreliefs aus aufeinander zustrebenden Blattsträußen dekoriert. Oben münden die Arme in plastische Köpfe, während die unteren Enden leicht verbreitert sind und Voluten als Reliefs zeigen. Auf halber Höher der Arme befindet sich jeweils beidseitig eine flache Nut, in welche die entsprechend zugesägten Enden des Stegs eingepasst und mit den Armen vernagelt sind. Der Steg dient dazu, die Arme gegeneinander abzustreben. Im Steg steckt auf halber Länge das lotrecht eingepflockte Leitholz, das als Führung für das verdrillte Spannseil dient. Um das kannelierte Leitholz windet sich eine reliefierte Schlange aufwärts. Es weitet sich nach oben hin konisch und endet in einem Kapitell, auf dessen Oberseite ein plastisch ausgearbeitetes Tier, eventuell ein Löwe, liegt. Beide Tiere sind geschwärzt. Das schmale Blatt mit geschränkter Zahnung auf Zug wird am unteren Ende der Arme von zwei drehbaren Kloben als Angeln in Position gehalten. Die Griffe dieser Kloben sind balusterförmig und reich beschnitzt. Sie weisen auf halber Länge eine entlang des Grats facettierte Wulst auf, die das synchrone Drehen der Angeln und damit die des Blatts erleichtert. Benutzungsspuren
Literatur
Zum Werkzeugtyp: Josef Maria Greber: Der Werdegang unserer Holzsägen. In: Fachblatt für Schreiner (13) 1932, S. 292. -- Wilhelm Egloff: Ein Fass wird aufgesetzt. Die Arbeit des Küfers (= Sterbendes Handwerk, I). Basel 1967, S. 6.
Leonie von Wilckens (red.): Deutsche Kunst und Kultur im Germanischen National-Museum. 2., erweiterte Auflage. Nürnberg 1960, S. 160. -- Deutsche Kunst und Kultur im Germanischen National-Museum: Nürnberg 1952, S. 156. -- Walther Bernt: Altes Werkzeug. München 1939, S. 112-113, Abb. 112.
Schindler, Thomas: Werkzeuge der Frühneuzeit im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Nürnberg 2013, S. 225-226, Kat. 481 (Abb.).