Beschreibung
Haube der Österten Tracht, ehem. Fürstentum Schaumburg-Lippe, Bereich Lindhorst. Mit 4 breiten Zierbändern und zusätzlichen Bindebändern. Die langen Zierbänder (16 cm breit) am unteren Ende bestickt und mit geknüpfter Fransenborte besetzt, die beiden kürzeren Bänder (16 cm breit) doppelt gelegt, die Bindebänder (14,4 breit9)längs hälftig gefalten und mit geknüpfter Fransenborte besetzt. Fest gearbeitetes Kopfteil hinten innen mit schwarzer Perlstickerei, Innenfutter versteppt.
Der Name „Punzmüsse“ (plattdeutsch) leitet sich vom Haarknoten, dem "Punz" und der Mütze ab. Die Haube mit schwarzer Perlstickerei wurde während der Trauerzeit für nahe Angehörige im zweiten Trauerjahr getragen. Im ersten Trauerjahr war keine Auszier mit Perlen üblich, außer auf dem Mützenboden.
Die Schaumburger Trachten sind protestantische Trachten; die Punzmüssen gehörten zur sonntäglichen Kirchgangstracht für den normalen Gottesdienst, nicht zum Abendmahl! Sie konnten auch zu anderen feierlichen Anlässen getragen werden, obwohl die Anlässe, an denen man während der Trauer teilnahm, sehr begrenzt waren. Zu Hochzeiten ging man in der Trauer z. B. nur, wenn es sich um Verwandtschaft handelte, getanzt wurde dann allerdings nicht.