Beschreibung
Der innere Saalraum misst ca. 8,85 m in der Länge und ca. 6,75 m in der Breite. An die Vertäfelung wurden folgende Holzarten verwandt: Linde, Eiche, ungarische Esche und Ahorn. Lediglich die Eingangsseite (Norden) besitzt eine bis zur Decke reichende Vertäfelung. Auf der Südseite sind fünf, auf der östlichen Schmalseite zwei Fenster angeordnet. Die eigentlichen Wandflächen besitzen unten eine umlaufende Fußlamperie mit breiten Lindenholzfüllungen in Eichenrahmen (ca. 53-56 cm hoch).. Dazwischen treten die Postamente der mit Esche fournierten 3/4-Säulen hervor oder die kassettierten Pfeiler. Die Säulen dienen der vertikalen Gliederung der Vertäfelung; die Pfeiler umgeben die Fenster. Die Zwischenflächen innerhalb der Säulen werden durch hohe Lindenholzfüllungen in eichenem Rahmen belebt.
Der Fußboden besteht aus hellbraunem Parkettboden. Die Decke ist kassettiert.
Eingangsportal: Den Eingang bezeichnet eine weit vorragende Säulenattika mit flachem Giebel und darüber befindlicher kleinteiliger Bekrönung, die beidseits eine entsprechende Fortsetzung in der Vertäfelung erfährt. Der Giebel wird beidseits von je einer vorne stehenden ganzen Säule und einer dahinter stehenden 3/4-Säule getragen. Diese Säulen weisen ein toskanisches Kapitell auf, besitzen eine Entasis und je zwei ruhen auf einem Sockel der Fußlamperie. Das Giebelgebälk weist an der eichenen Unteransicht vier tiefgelegte, profilreiche Kassetten auf. In ihrer Mitte befindet sich ein gedrechselter Knopf. Der Gebälkfries besteht aus unverzierter Esche. Die eichene Rahmung des dreieckigen Giebels ist reich profiliert und weist an den Schrägungen Zahnschnittornament auf. Im Giebelfeld befindet sich eine Einlegearbeit: In der Mitte ist ein Ring aus dunklem Holz erkennbar, der in sich einen Kreis mit darüber befindlichem Halbmond enthält. Das Giebelfeld wird innen nochmals durch ein fortlaufendes dunkles Band gerahmt. Die Oberseiten der Zwickel schließen in Höhe der Giebelspitze mit einem reich profiliertem Gesims ab; die Zwickel erhielten eine bandförmige Rahmung. An den Außenseiten der Zwickel befindet sich je ein plastisch gearbeiteter Ziegenkopf. Beschädigungen jeweils am linken Ohr und Oberkopf.
Der obere Aufsatzteil wird von vier eichenen Säulen mit ionischen Kapitellen in drei Teile gegliedert. Das Mittelfeld bildet eine Nischenarchitektur, bestehend aus zwei kassettierten Pfeilern mit anschließender Bogenarchitektur. Die Nischenarchitektur umgibt die Darstellung der Auferstehung Christi. Der bärtige Christus mit Heiligenschein steht mit der Siegesfahne in der Linken und erhobener Rechten auf dem geschlossenen Sarkophag. Seine Bekleidung besteht aus Lendentuch und Mantel. Vor dem Sarkophag liegen die geblendeten Wächter mit ihren Schilden und Waffen.
In den unteren Füllungen der seitlichen Abteilungen befindet sich je ein Wappen in sehr zierlich geschnitzter Form in einer unten offenen profilierten Kassette. Bei dem linken Wappen handelt es sich um jenes des Dr. ju. Haus Vogt: springender Hirsch, dessen Brust von einem Pfeil durchbohrt ist. Das rechte Wappen stellt das Geigersche Wappen dar.
Die Portaltür: Auf der Portaltür erkennt man zwei rechteckige profilierte Kassetten. Von den vier Ecken der Kassetten laufen diagonale Stege zu dem in der Mitte angeordneten kleineren Rahmen in hochrechteckiger Form. Die Kassetten und die Türränder umgibt eine breitere und sehr schmale Rahmung, die an den Türecken und in Höhe des Schlosses insgesamt sechs Quadrate ausbilden. Der Schlosskasten ist an der einen Seite kleeblattförmig ausgebildet und weist durchbrochen gearbeitetes Blatt- und Rankenwerk auf. Als maßgebend für ihre symmetrische Anordnung ist eine horizontal in der Mitte laufende Linie zu denken. Der Türgriff besitzt einen vierpassförmigen, aus spitzendigen Blättern zusammengesetzten Teller. Rechts und links der Säulenstellungen des Eingangsportals befindet sich, auf der Fußlamperie ruhend, je eine weitere, jedoch weniger stark vortretende Säulenädikula, deren Sockel in gleicher Flucht mit den Sockeln der Gesamtvertäfelung liegen. Zwei Pilaster umgeben die Muschelnische ; ihr Aussehen ist mit denen des Aufsatzes des Hauptportales nahezu identisch. Das obere Drittel der Füllung bildet eine Kassette. Darin befindet sich ein Haken aus Eiche. Die Kassette und die obere Füllung umgibt ein fortlaufendes hellbraunes Band und ein schmales dunkelbraunes Band. Die obere Füllung schließt mit einem eichenen Gebälk ab.
Wandschrank: Seitlich des Haupteingangs befindet sich ein Wandschrank in Form eines portalähnlichen Aufbaus über freistehenden ionischen Säulen mit flachem über hohem Gebälk ruhendem Giebel in der Art des Eingangsgiebels. (Schrankbreite ca. 110 cm; Höhe ca. 177 cm) Im unteren Teil scheint eine zweite Fußlamperie der eigentl. Fußlamperie vorzulagern. Die Säulen ruhen auf Postamenten, welche eine hochrechteckige Verzierung aufweisen und unten einen reich profilierten basisartigen Abschluss besitzen. An der hinter dem Sockel befindlichen Wandfläche erkennt man schmückende Rechtecke in der Art des Sockelschmucks. Die Wandfläche hinter den Säulen schmückt im unteren 3/4 eine Muschelnische, die beidseits von je einem Pilaster umgeben wird und zu der zwei Stufen hinaufzuführen scheinen. Das obere Viertel weist eine Kassette auf, die oben in ein gesimsartiges Gebilde übergeht, welches gegen das Giebelgebälk abschließt. Die von beiden Säulen umgebene Tür besitzt eine langrechteckige Kassette. Ihre Füllungen bestehen aus Ahorn mit einer Umrandung aus hellerem Holz; für die Rahmung wurde Eiche verwendet.
Das Gebälk scheint aus vielen Gesimsen und Priesen zu bestehen; zu unterst ein kleines eichenes Gesims; darüber ein Fries aus Esche mit Zahnschnittornament; anschließend ein Fries aus Ahorn und hellem Lindenholz, welcher eine trapezartige Verzierung mit Voluten und zwei schmückende Quadrate und vier Rechtecke aufweist. Seitlich der beschriebenen Zonen befindet sich je eine dreifach vertikal gestreifte und mit Punkten verzierte Spange, deren gesimsartiger Abschluss in ein Gesims übergeht.
Der Handtuchhalter: Rechts oben an der Vertäfelung der Eingangsseite ist ein Handtuchhalter angebracht, welcher mit Gebälk, Kranzgesims und flachem Giebel überdacht ist. Der Halter besitzt unten eine ornamentalflorale Verzierung, oben eine facettierte, gerahmte querrechteckige Verzierung auf. Unter der Rolle befinden sich zwei nebeneinander angeordnete Kassetten auf Eichengrund. Der Giebel gleicht jenem des Wandschrankes.
Südseite: Der kassettierten, unten profilierten Fußlamperie sind sechs Postamente von trapezartigem Grundriss vorgelagert; sie sind von untersch. Größe. Sie ragen ca. 41 cm aus der Vertäfelung hervor und weisen seitlich quadratische Kassetten auf. An der vorderen Seite besitzen die größeren Postamente beinahe quadr., die kleineren hochrechteckige Kassetten. Auf den Postamenten ruht je ein Pfeiler, der ebenfalls von trapezförmigem Grundriss ist. Die Pfeiler besitzen an jeder Seite hochrechteck. Kassetten. In jeder davon ein Eichenhaken. Sie schließen mit einem gebälkartigen Aufsatz ab.
Ostseite: Hier wird die Gleiderung der Südseite fortgeführt. Dabei gehen der außen rechts stehende Pfeiler der Ostseite und der außen links stehende Pfeiler der Südseite ineinander über. Die übrige Vertäfelung besteht aus einer unten profilierten Fußlamperie, der vier Postamente vorgelagert sind. Die Zwischenflächen der Vertäfelung werden durch hohe Lindenholzfüllungen ein eichenem profiliertem Rahmen belebt.
Westseite: In die fensterlose Westseite wurde ein Bett eingebaut (2,37 x 6,35 m). Das Fußbrett besitzt vorne zwei langrechteck. Füllungen und an den Seiten je eine schmale hohe Füllung. Der Bettkasten wird durch zwei Pilaster mit ionischen Kapitellen gegliedert, die an den Schmalseiten vortreten. Auf den Pilastern ruht ein Gebälk in Form des umlaufenden Gebälks des Raumes. Der Baldachin ist mit einem profilierten Band, einem Fries aus ungarischer Esche, Zahnschnittgesims und einem oben ausladendem Kranzgesims versehen.