Titel
Hl. Margaretha
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Altarbild
Inventarnummer
Gm119
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Franken, wohl Nürnberg
Herstellungsdatum
um 1435/1445
Hersteller
Nürnberger Maler (?)
Maße
30,1 x 21,9 x 0,9–1,1 cm
Klassifikation
Altarbild
altarpieces
altar-piece
altar-pieces
Material und Technik
Malerei und Metallauflagen auf Fichtenholz
Standort
Dauerausstellung
Beschreibung
Die hl. Margareta von Antiochien hält in der rechten Hand ihr Attribut, einen Drachen, auf den sie mit der Linken deutet. Sie trägt ein rotes Kleid mit Brokatmuster und einen grünen Mantel. Ein Blumenkranz umgibt die Märtyrerkrone. Die Halbfigur ist nimbiert und erscheint, leicht nach links gewandt, vor einem goldenen Hintergrund. Am oberen und unteren Rand wird die Komposition durch aufgemalte rote Streifen abgeschlossen. Der Legenda aurea zufolge weigerte sich die christliche Jungfrau aus Glaubensgründen, den Präfekten von Antiochien zu heiraten. Daraufhin ließ er sie foltern und einkerkern. Im Gefängnis erschien ihr Satan in Gestalt eines Drachen und griff sie an, doch besiegte Margareta ihn mit dem Kreuzeszeichen. Vor ihrem Märtyrertod durch Enthauptung betete sie unter anderem für Mütter in Kindesnöten, was sie später zur Patronin der Gebärenden und einer der meistverehrten weiblichen Heiligen überhaupt machte.
Vitrinentext
Die kleine Tafel mit der Darstellung der hl. Margaretha ist Teil eines unbekanten Altars. Der Drache auf Margarethas Arm symbolisiert den Teufel. Dieser versuchte der Legende nach, die Heilige zu verschlingen. Margaretha gehört zu den 14 Nothelfern; ihre Darstellung war im Spätmittelalter beliebt und weit verbreitet.

The small panel depicting Saint Margaretha is part of a unknown altarpiece. The dragon on Margaretha’s arm symbolizes the Devil. According to legend he attempted to devour her. Margaretha is one of the 14 Holy Helpers; their images were popular and widespread in the late Middle Ages.

Literatur
August von Eye: Das Germanische Museum. Wegweiser durch dasselbe für die Besuchenden. II. Theil, Kunst und Alterthum. Leipzig 1853, S. 18.
Die Gemäldesammlung im germanischen Museum. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit N.F. 2, 1855, H. 2, Sp. 37.
Denkschriften des Germanischen Nationalmuseums, 2 Bde. Bd. 1,1: Organismus und literarische Sammlungen. Bd. 1,2: Kunst- und Alterthums-Sammlungen. Leipzig 1856, Bd. 1,2, S. 129.
August von Essenwein, Adolf Bayersdorfer, Franz von Reber: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1882, Nr. 85, S. 10; 1885, Nr. 89, S. 16; 1893, Nr. 97, S. 21. Link zur Bibliothek
Henry Thode: Die Malerschule von Nürnberg im 14. und 15. Jahrhundert in ihrer Entwicklung bis auf Dürer. Frankfurt a.M. 1891, S. 36, 278, 293..
Heinz Braune: Katalog der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nürnberg 1909, Nr. 119. Link zur Bibliothek
Katalog der Ausstellung Nürnberger Malerei 1350-1450. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1931, Kat. 78. Link zur Bibliothek
Eberhard Lutze: Der Meister des Wolfgangaltares in der Lorenzkirche zu Nürnberg und sein Kreis. In: AGNM 1932/1933, S.12, Abb. 5. Link zur Bibliothek
Eberhard Lutze, Eberhard Wiegand: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg. Die Gemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts, 2 Bde. Leipzig 1936/1937, Bd. 1, Nr. 119, S. 122, Bd. 2, Abb. 22.
Alfred Stange: Deutsche Malerei der Gotik. Bd. 9. München/Berlin 1958, S. 19. Link zur Bibliothek
Alfred Stange: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer. Bd. 3. Hrsg. von Norbert Lieb, bearbeitet von Peter Strieder/Hanna Härtle. München 1978, Nr. 26. Link zur Bibliothek
Monster. Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik. Bearb. von Peggy Große, G. Ulrich Großmann, Johannes Pommeranz. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2015, Nr. 1.7, S. 456.
Regina Deckers: Der Drache in Mythologie und Kunst. In: Monster. Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik. Bearb. von Peggy Große, G. Ulrich Großmann, Johannes Pommeranz. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2015, S. 67, Abb. S. 66.
Daniel Hess, Dagmar Hirschfelder, Katja von Baum (Hrsg.): Die Gemälde des Spätmittelalters im Germanischen Nationalmuseum, Band I: Franken, 2 Teilbände. Regensburg 2019, Kat.-Nr. 13.