Beschreibung
Unbemalte, geschnitzte Truhe. Der Deckel ist glatt mit abgerundeten Ecken. Die Schmalseiten sind ebenfalls glatt und ohne Henkel. Die Vorderseite besitzt rechts und links vom Schlüsselschild 12 fensterartige Blenden mit Rundbogen (friesartig). Darunter ist ein Rahmen aus gedrehten Bänder mit Perlen. Dazwischen prangt in Flachschnitt ein Doppeladler von dem erst derbe, dann feine, elegant geschwungene Ranken und Blumen ausgehen. Eine derbe leiste trennt die Truhe von dem Fuß, welche seitlich von der Truhenwand und vorne von Eckstücken gebildet wird.
"Im Vergleich zu den vor allem in Nordwestdeutschland üblichen Frontalstollentruhen waren die Seitstollentruhen mit dem auf Verlängerung der Seitenwände ruhenden Kasten allgemeiner verbreitet. Einschnitte in die überstehenden Wandteile gewährleisten die Standfestigkeit. Am Niederrhein und in den angrenzenden Gebieten Westfalens zeigen beide Formen der Stollentruhen vorne unterhalb des Kastens ornamental ausgesägte Zwickelstücke. Dort erhielten die Möbel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine feinteilige Auszier mit Blatt- und Blumenranken, sowie Tiermotiven, die von den Rokokodekorationen der Wandverkleidungen und Schrankmöbel der Aachener und Lütticher Kunstschreinereien mitgeprägt ist." (Text, Denenke 1979)