Titel
Vanitas-Stillleben mit Selbstbildnis
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Stillleben
Inventarnummer
Gm1409
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Haarlem
Herstellungsdatum
um 1628
Hersteller
Claesz, Pieter (1597/98-1661)
Maße
H. 35,9 cm; B. 59 cm
Material und Technik
Öl auf Eichenholz
Standort
Dauerausstellung Renaissance, Barock, Aufklärung
Beschreibung
Auf einem Holztisch vor dunklem Hintergrund liegen zahlreiche Gegenstände, die so auf der schräg ins Bild einragenden Tischplatte angeordnet sind, daß deren Tiefenausdehnung hauptsächlich den Bildraum bestimmt. Dieser wird durch die Spiegelung in der Glaskugel erweitert: Der Raum des Malers wird gezeigt, dieser sitzt vor seiner Staffelei. In der Mitte des Bildes, auf einem Stapel Bücher aufgelegt, eine aufgrund der doppelten Randeinlage als flämisch zu erkennende Geige mit Steckfroschbogen. Rechts davon ein Totenschädel und ein umgestürzter Römer mit noppenbesetztem Schaft. Daneben eine aufgebrochene Walnuß. Hinter dem Musikinstrument eine Öllampe. Vorne links liegt eine Uhr mit Schlagwerk; Schreibzeug, das aus einem Tintengefäß, einer Schreibfeder und einem Lederetui besteht, ist darum gruppiert. Der zur Uhr gehörende Schlüssel und die Schreibutensilien sind so angeordnet, daß sie über die Tischkante hängen.
Vermerk am Objekt
Beschriftung: "20" (auf der Rückseite am Rahmen oben links und unten, (= Ausstellungskatalog Delft, 1964/65, Kat. Nr. 20))

Vitrinentext
Die Bildgegenstände symbolisieren das Vergehen der Zeit und die Endlichkeit des Lebens. Höchstes künstlerisches Können beweist der Meister durch die Darstellung der Glaskugel. Wir sehen darin Pieter Claesz selbst beim Malen des Stilllebens auf dem Tisch. Die Flüchtigkeit der Spiegelung offenbart, dass auch sein Leben begrenzt ist. Doch die Botschaft ist vielschichtiger: Durch sein Werk überwindet der Maler die Vergänglichkeit und sichert seinen Ruhm über den eigenen Tod hinaus.

Vanitas Still Life with Self-Portrait. Oil on oak panel. The objects in the painting symbolize the passing of time and the finiteness of life. The glass ball illustrates the artist's supreme artistic accomplishment. In it we can see Pieter Claesz himself painting the still life on the table. The fleeting nature of the reflection reveals that his life, too, is limited. The message, however, has several layers of complexity. Through his painting the painter overcomes mortality and secures his fame beyond his own death.

Literatur
Grabski, Józef: Perfectionis Vanitas. In: Scritti di storia dell'arte in onore die Federico Zeri. Milano 1984, S. 709-717, Abb. 707 und 708 (Detail).
Tacke, Andreas: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Mainz 1995, S. 69-70, Nr. 23 mit Abb. mit weiterer Literatur. Link zur Bibliothek
Ebert-Schifferer, Sybille: Die Geschichte des Stillebens. München 1998, S. 138, 141. Link zur Bibliothek
Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 159-160. Link zur Bibliothek
Brunner-Bulst, Martina: Pieter Claesz. Der Hauptmeister des Haarlemer Stillebens im 17. Jahrhundert. Kritischer Ouvrekatalog. Lingen 2004, Nr. 36 und S. 185-186. Link zur Bibliothek
Pieter Claesz. Stilleben. Ausst. im Kunsthaus Zürich. Hrsg. von Pieter Biesboer/Martina Brunner-Bulst/Henry D. Gregory/Christian Klemm. Zwolle 2004, S. 46 und Nr. 17, S. 119.
Liedtke, Walter: Dutch Paintnings in the Metropolitan Museum of Art. 2 Bde. New York 2007, Bd. 1, S. 128 (nur kurzer Verweis). Link zur Bibliothek
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 288-289, 448, Abb. 249. Link zur Bibliothek

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