Titel
Bildnisdiptychon des Ehepaars Hans (1486--1544) und Barbara Straub (1501--1560)
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Bildnis-Diptychon
Inventarnummer
Gm180
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Franken; Nürnberg
Herstellungsdatum
1525
Hersteller
Plattner, Hans (1500-1562)
Maße
H. 49,4 cm; B. 36,4 cm (Hans Straub) bzw. H. 49,3 cm; B. 36,4 cm (Barbara Straub); Originalrahmen: H. 63 cm; B. 50 cm
Material und Technik
Öl auf Lindenholz (Tilia sp.)
Beschreibung
Bildnisdiptychon Hans und Barbara Straub, geborene Pirckheimer; das Allianzwappen der beiden Familien befindet sich auf der Rückseite des Männerbildnisses. Es handelt sich um ein Diptychon mit verschließbaren Flügeln; die Ehegatten sind einander zugekehrt. -- Männerbildnis: Brustbild nach rechts, mit übereinandergelegten Händen, vor grünem Grund. Er hat braune Augen und dunkelblondes, ergrautes Haar. Er trägt eine schwarze Schaube mit braunem Pelzkragen, schwarzes Wams und Barett. --- Frauenbildnis: Brustbild nach links, mit übereinandergelegten Händen, vor grünem Grund. Sie hat braune Augen und braunes Haar. Sie trägt ein rotes Kleid mit weinroten Besätzen und hellroten Damaststulpen an den Ärmeln. Der Halsschmuck vereint im Wechsel die Wappenfiguren des Vaters und der Mitter, die Birke und die doppelschwänzige Meerjungfrau. --- Wappen des Hans Straub und der Barbara Pirckheimer: In einem goldfarbenen, an vier Stellen mit Schleifen gebundenen Blattkranz das Allianzwappen der Familien Straub und Pirckheimer. Wappen Straub: In Schwarz ein weißer Löwe mit einem goldfarbenen Dolch in den Pranken (couroisiehalber seitenverkehrt). Wappen Pirckheimer: Von Gold und Rot geteilt, mit einer weißen (statt silbernen) Birke. Darüber gemalter Zettel (Inschrift.)
Vitrinentext
Hans Straub (1486-1544) arbeitete als Kaufmann in Nürnberg. Seine Frau (1501-1560) war die Tochter des Nürnberger Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1530). Ihr Halsschmuck vereint die Wappenfiguren ihrer Eltern. Das Diptychon diente als Dokument der Familiengeschichte ebenso wie der Standesrepräsentation. Es konnte zusammengeklappt werden. Seine Rückseite ist mit dem Wappen der Eheleute bemalt. Diptychen dieser Art waren nicht für die Wand vorgesehen, sondern wurden meist geschlossen aufbewahrt.

Diptych Portrait of the Couple Hans and Barbara Straub. Oil on limewood. Hans Straub (1486-1544) worked as a merchant in Nuremberg. His wife (1501-1560) was the daughter of the Nuremberg Humanist Willibald Pirckheimer (1470-1530). Her necklace combines the heraldic figures of her parents. The diptych served to document the family's history as well as to reflect the standing of the sitters in society. It could be folded together. The reverse side is painted with the couple's coat of arms. Such diptychs were not intended to be hung on the wall but were usually kept closed.

Literatur
Dülberg, Angelica: Privatporträts. Geschichte und Ikonologie einer Gattung im 15. und 16. Jahrhundert. Berlin 1990, Nr. 98.
Zander-Seidel, Jutta: Textiler Hausrat. Kleidung und Haustextilien in Nürnberg von 1500--1650. München 1990, S. 49.
Budde, Hendrik: Die Kunstsammlung des Nürnberger Patriziers Willibald Imhoff unter besonderer Berücksichtigung der Werke Albrecht Dürers. Münster 1996, S. 92--93, S. 116--117.
Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 407--410 mit älterer Literatur.
Löcher, Kurt: Die deutschen Gemälde des 16. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Nachträge zum Bestandskatalog. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2000. Nürnberg 2000, S. 107.
Löcher, Kurt: Von Bartholomäus Bruyn zu Jakob Seisenegger. Neue Ansätze in der deutschen Bildnismalerei ab 1525. In: Hans Holbein und der Wandel in der Kunst des frühen 16. Jahrhunderts. Hrsg. von Bodo Brinkmann--Wolfgang Schmid. Turnhout 2003, S. 29.
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010.
Vermerk am Objekt
Beschriftung: ""G.M." (auf der Rahmenrückseite des Frauenbildnisses)