Beschreibung
Die Komposition setzt sich aus verschiedenen Schichten zusammen, die gleichsam übereinandergelagerte Bildebenen ergeben: auf weißer Grundierung eine Bretterwand, aus senkrechten Latten zusammengefügt; darüber zwei breite, waagrecht parallel verlaufende Balken, achsensymmetrisch angeordnet; darüber wiederum sind drei senkrecht-parallel verlaufende Balken aufgeschraubt. Während die beiden Balken in der rechten Bildhälfte durch drei Eisenstreben verklammert sind, ist über dem Balken in der linken Bildhälfte und dem mittleren eine hochrechteckige, von Rostspuren gezeichnete Metallplatte geschraubt. Die Farbgebung entspricht den Gegenstandsfarben des Materials Holz und Metall; es dominieren Grautöne, weiterhin Braun, Ocker sowie Schwarz. Charakteristisch für Baukhages Materialbilder ist die Auswahl der gegenständlichen Vorbilder wie morsche Holzbretter, rostige Eisenplatten und Schrauben, die stets als Zeichen der Vergänglichkeit fungieren. Aus ihrer Verklammerung, An- und Übereinanderfügung baut der Künstler Objekte, deren gemalte Wiedergabe auf der Leinwand einen Trompe-l'oeil-Effekt hervorrufen. Das Motiv der Versperrung, dass in einer Folge von Arbeiten ab 1974 wiederkehrt, ist nicht nur als formale Variation zu verstehen, sondern meint in metaphorischem Sinne auch die Versperrung in der menschlichen Umwelt, des menschlichen Seins. Baukhage selbst bezeichnet diese Versperrung als Herausforderung sie aufzubrechen: das Bild als Widerstand (G. Baukhage: Gedanke über meine Art des bildnerischen Darstellens. In: Gerd Baukhage, S. 7.)