Titel
Bildnis der Tochter Ernestine
Allgemeine Bezeichnung
Porträtgemälde
Inventarnummer
Gm2136
Sammlung
Kunst u. Kunsthandwerk 19.-21.Jh.
Herstellungsdatum
um 1810
Hersteller
Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm
Maße
(o.R.): H: 41,0 cm; B: 33,0 cm; (m.R.): H: 47,0 cm; B: 40,0 cm
Material und Technik
Öl auf Leinwand
Vitrinentext
Bereits im alten Orient galt die Taube als Begleiterin der Liebesgöttin. Die antike Naturkunde hob ihre Liebe und Unschuld hervor. Bis heute ist sie Sinnbild des Friedens. Auch in der christlichen Kunst ist die Taube als Symbol des Heiligen Geistes ein zentrales Motiv. Bei Tischbein klingt die kulturübergreifende Symbolik an und spiegelt die kosmopolitische Haltung der Klassizisten. Hinter dem Motiv verbirgt sich der Wunsch des Vaters nach Liebe und Frieden für das künftige Leben seines Kindes.

Die Taube ist eines der ältesten Symbole der Menschheit, um Liebe, Unschuld und Frieden darzustellen. Im Alten Testament dient sie als göttliches Friedenszeichen: Nach der Sintflut kehrt die von Noah ausgesandte Taube mit einem Olivenzweig zurück. Er deutet dies als einen von Gott gebotenen Friedensschluss mit den Menschen. Im Neuen Testament ist die Taube das Symbol für den Heiligen Geist, die Allgegenwart Gottes auf der Erde. Auch bei Tischbein klingt die biblische Symbolik an: Im Angesicht der napoleonischen Neuordnung Europas wünscht er seiner Tochter ein Leben in Liebe und Frieden.Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt der unscheinbare Vogel eine bis heute anhaltende Renaissance. Insbesondere die von der Friedenbewegung seit den 1970er Jahren verwendete Silhouette einer weißen Taube auf blauem Grund fungiert als eindeutiges Friedenssymbol.

Literatur
Ursula Peters: Canis, der anklopfende Hund und andere Tiere zur Erbauung. In: Vom Ansehen der Tiere (= Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseums, Band 11). Nürnberg 2009, S. 196-197, Abb. S. 196.