Titel
Das Herkulaner Tor in Pompeji, Ansicht des Stadttores von Westen, um 1800
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Stadtlandschaft
Inventarnummer
Gm2311
Sammlung
Kunst u. Kunsthandwerk 19.-21.Jh.
Herstellungsdatum
1. Viertel 19. Jh.
Hersteller
Filippo Giuntotardi (Rom 1768-1831Rom)
Maße
H. 71 cm; B. 93,3 cm; T. 3 cm mit Rahmen
Material und Technik
Aquarell und Gouache auf Ingrespapier; Rahmen aus Nadelholz, dunkel gebeizt, Überplattungen, Messingbeschläge
Vitrinentext


Die Pompeji-Ansichten stammen von Filippo Giuntotardi (Rom 1768-1831 Rom). Er spezialisierte sich auf Darstellungen, die von Italienreisenden gern als Erinnerungstücke erworben wurden, malte italienische Landschaften, folkloristische Szenen und antike Ruinen. Nicht selten orientierte er sich dabei an Darstellungen in Italien wirkender Künstler, die in der europäischen Kunstwelt seinerzeit bekannt waren. Die Zeitschrift das „Kunst-Blatt“ erwähnte 1824, er habe mit großem Geschick einige geistreiche Kompositionen von Joseph Anton Koch (Obergiblen, Lechtal 1768-1839 Rom) in Aquarellmalerei kopiert.

Großformatige Ansichten in Aquarellmalerei waren eine Spezialität Giuntotardis. Nach der Veröffentlichung der Pompeji-Ansichten im „KulturGut“ meldete sich ein Sammler, der eine mit Giuntotardi bezeichnete Ansicht des Herkulaner Tors besitzt, die mit der aus der Schenkung Seyboth identisch ist. Offensichtlich schuf der Künstler gefragte Motive in Serie.

Ursula Peters

Literatur
Peters, Ursula: Wandschmuck Nürnberger Bürger um 1800. Ansichten Pompejis und Porträts von Regine Louise und Nicolaus Sörgel aus der Schenkung Seyboth. In: Kulturgut. Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums. H. 37, II. Quartal 2013, S. 8-14, Abb. S. 8.
Peters, Ursula: Acht Bilder aus der Schenkung Seyboth. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2012, S. 215, Abb. 45 (mit vertauschter Bildunterschrift).
Werner, Peter: Pompeji und die Wanddekorationen der Goethezeit. München 1970. (Zur Ausgrabung Pompejis und der Rezeption von Pompeji-Motiven) Link zur Bibliothek
Kockel, Valentin: Die Grabbauten vor dem Herkulaner Tor in Pompeji. Mainz 1983, Taf.2. Stadttor von Westen, Zustand um 1870, Stich von F. Piranesi nach einer Zeichnung von L.Desprez; Taf. 3. Grabbezirk der Istacidii Südseite des Grabbaues von Osten, Zustand um 1870.
Künstlerleben in Rom. Bertel Thorvaldsen (1770-1844). Der dänische Bildhauer und seine deutsche Freunde. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg/Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloß Gottorf, bearb. von Ursula Peters. Nürnberg 1991. (Zur Italiensucht um 1800)
Wegner, Reinhard: Pompeji in Ansichten Jakob Philipp Hackerts. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 55, 1992, S. 66-96.
Fitzon, Thorsten: Reisen in das befremdliche Pompeji. Antiklassizistische Antikenwahrnehmung deutscher Italienreisender 1750-1870. In: Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte, Bd. 29. Berlin/New York 2004. Link zur Bibliothek
Dickmann, Jens-Arne: Pompeji. Geschichte und Archäologie. München 2005. Link zur Bibliothek
Bibliographie Giuntotardi: Bott, Gerhard: Rom- und Tivoli-Ansichten von Filippo Giuntotardi. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg 1984, S. 143-150.

Nordhoff, Claudia: Jacob Philipp Hackert, Filippo Giuntotardi und der Ponte di San Rocco in Tivoli. In: Jacobs-Weg. Festschrift für Fritz Jacobs. Weimar 2007, S. 199-213.

David Klemm: Italienische Zeichnungen 1450-1800. In: Hubertus Gaßner/Andreas Stolzenburg. Die Sammlkungen der Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. Köln 2009.