Klare Botschaft
Ein Plakatentwurf, der durch seine radikale Einfachheit überzeugte: Mit diesem Motiv gewann der junge Plakatkünstler Jupp Wiertz 1916 den dritten Preis eines von der AEG ausgelobten Wettbewerbs. Zuvor hatte das Elektrounternehmen noch ganz in kaiserzeitlicher Tradition mit der Göttin des Lichts für seine Glühbirnen geworben. Unter dem Produktdesigner Peter Behrens, seit 1907 künstlerischer Berater der AEG, änderte das Unternehmen seine Werbestrategie. Jupp Wiertz entsprach ganz den Vorstellungen von Peter…
Blick in fremde Häuser
Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind äußerst selten. Das GNM besitzt gleich vier Exemplare aus dieser Zeit, von denen das Stromersche Puppenhaus am besten erhalten ist. Der Name rührt von der letzten Besitzerfamilie her, weil die ursprünglichen Auftraggeber nicht bekannt sind. Am Giebel ist als Datierung 1639 vermerkt. Zwar erinnern einige architektonische Details an Nürnberger Häuser des 17. Jahrhunderts, jedoch ahmt das Puppenhaus kein reales Gebäude nach. Die einheitliche Größe der Wirtschaftsräume kann…
Ein Jahrhundertfund
Der Goldhut entstand vor ungefähr 3000 Jahren, in der späten Bronzezeit. Er kam 1953 im Wald bei den Ortschaften Ezelsdorf und Buch beim Roden von Baumstümpfen ans Tageslicht, wurde dabei jedoch in viele kleine Einzelteile zerhackt. Nachdem der sensationelle Rang des Fundes vom Germanischen Nationalmuseum erkannt worden war, konnten die Fragmente einer aufwändigen Restaurierung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz zusammengefügt werden. Ursprünglich hatte der Hut wohl auch eine breite Krempe, von der jedoch nur ein klei……
Der Wunsch nach ewigem Leben
Ursprünglich war die Skulptur, die heute aufrechtstehend präsentiert wird, als liegende Grabfigur entworfen worden. Die überlebensgroße Darstellung des Grafen Heinrich III. von Sayn zierte die Deckelplatte seines Hochgrabs in der Prämonstratenserabtei Sayn. Die Abtei war von seinen Vorfahren gestiftet worden und liegt am Fuß des Familienstammsitzes nahe Koblenz. Der 1247 verstorbene war einer der mächtigsten Herrscher am Mittel- und Niederrhein. Ihm unterstanden mehrere Grafschaften und…
Ein besonderes Geschenk
Wie viele Rüstungen in der Sammlung des GNM war dieser Plattenharnisch für das Turnier bestimmt. Er gehörte zu einer Serie von sechs gleichartigen Harnischen mit Zusatzstücken für verschiedene Disziplinen. In Auftrag gegeben hat ihn die sächsische Kurfürstin Sophie als Geschenk für ihren Ehemann, Christian I. von Sachsen. Der turnierbegeisterte Kurfürst hatte in seiner Dresdner Residenz eigens einen Platz für Reiterspiele bauen lassen, der 1591 fertiggestellt wurde. Zu Weihnachten jenes Jahres sollte…
Die Zeit in der Tasche
Dosenuhren wie diese machten im Mittelalter zum ersten Mal die Uhrzeit immer und überall verfügbar. Zuvor bestimmten große Turmuhren an Kirchen und Rathäusern den Takt des öffentlichen Lebens. Grundlage dafür war eine der bahnbrechendsten Innovationen des Mittelalters, die Erfindung der mechanischen Räderuhr. Welche Auswirkungen diese Erfindung auf alle Bereiche des Lebens hatte und wie sie unser Zeitverständnis bis heute prägt, verrät die DigitalStory „…
Feuerbach monumental
„… ein wildes Plänkeln, Streiten, Stürzen“ – so beschrieb Anselm Feuerbach 1860 seinen ersten Entwurf zum Thema der Amazonenschlacht. Ab 1870 arbeitete er drei Jahre lang an diesem monumentalen Gemälde. Riesige Bilder mit lebensgroßen Figuren waren damals beliebt: Man wollte sich beim Betrachten wie ein Augenzeuge vergangener Zeiten fühlen. Doch Feuerbach ging es um mehr als den Blick in die Vergangenheit. Er nutzte das mythologische Thema für die Darstellung zeitloser menschlicher Grunderfahrungen wie…
Ein seltener Fund
Im späten Mittelalter besaß nahezu jeder Ritter einen solchen Helm für den Krieg oder das Turnier. Dennoch sind heute nur noch weniger als 20 dieser originalen Helme erhalten. Gutes Eisen hatte damals einen hohen Materialwert. Unbrauchbare oder veraltete Helme wurden daher in großer Zahl umgeformt und das teure Material wiederverwendet.
Dass dieser Helm die Jahrhunderte überdauerte, verdanken wir einem Brauch, der im 14. Jahrhundert aufkam: Zur Erinnerung…
Ein selbstbewusster Kavalier
Im frontalen Gegenüber malte sich Rembrandt mit einer Halsberge (einem „Panzerkragen“ aus Metall) und einer Liebeslocke. Er zeigt sich damit im Kostüm des höfischen Kavaliers. Bei der Liebeslocke, die an Rembrandts verschatteter Kopfseite auf die Schulter herabfällt, handelte es sich um einen Trend der aristokratischen Männermode. Rembrandts Abstammung war jedoch keineswegs adelig. Mit der Kostümierung und dem direkten Blick aus dem Bild zum Betrachter markiert das Nürnberger Bildnis einen Wendepunkt in Rembrandts…