Beschützerin der Kunst
Die römische Göttin Minerva – bei den Griechen bereits als Athene verehrt – galt in der antiken Mythologie als Hüterin des Wissens und Göttin der Weisheit. Darüber hinaus sprach man ihr auch Einfluss auf die Geschicke des Staates und die taktische Kriegsführung zu. Entsprechend wehrhaft ist sie hier mit einem prächtigen Federhelm, einem Schuppenpanzer und wadenhohen Stiefeln ausgerüstet. Ihr Schild ist mit dem Haupt der Medusa geschmückt, dessen Anblick der Sage nach alle Gegner zu Stein erstarren ließ.
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Ein Vorläufer des Waschbeckens
Im Spätmittelalter führten die Bedürfnisse des aufstrebenden Bürgertums in den Städten zur Entwicklung neuer Möbelgattungen. Dazu gehört auch der Waschkasten. Er brachte „fließendes“ Wasser in die Stuben, lange bevor es Wasserleitungen in den Wohnhäusern gab. Denn damals musste jeder Liter, den man trank, zum Kochen, Putzen oder für die eigene Hygiene verwendete, von einem der vielen öffentlichen Brunnen geholt werden. Waschkästen machten die Nutzung des Wassers in den…
Unter Bauern
Philipp Bauknecht lebte ab 1910 in Davos, wo er auf Linderung seiner Tuberkulose-Erkrankung hoffte. Die Höhenluft galt damals als einziges Heilmittel für die Infektionskrankheit, die sich in den dicht bevölkerten Städten leicht verbreiten konnte. Ab 1920 wohnte Bauknecht in bäuerlichem Umfeld am Rand von Davos Dorf. In seinen Kunstwerken kann man erkennen, dass ihn seine eigene Situation bedrückte. Auf dem Gemälde Holzhauer im Wald schälen Männer die Rinde von einem Baumstamm. Ihre Körper sind grob…
Es klingelt und funkelt
Jedesmal, wenn die Trägerin dieser Goldhaube den Kopf wandte, ertönte ein zartes Klingeln, und die Flindern glänzten und funkelten. Flindern sind kleine Metallplättchen, ähnlich den heutigen Pailletten. Die Basis dieses Kopfschmucks bildet eine geknüpfte Seidenhaube, die mit einem Leinenpolster in Form gebracht ist. Aus der Oberfläche ragen unzählige, mit Seidenfäden umwundene Drahtstifte heraus, in die die vergoldeten Kupferplättchen eingehängt sind. Sie waren dadurch beweglich und erzielten so die…
Mahnen und Verlocken
Die Liebesgöttin Venus und Amor, der oft als ihr Sohn gilt, stehen nackt in einer Landschaft. Der kleine Amor hat eine Honigwabe aus einem Bienenstock in einem Baumstamm gestohlen. Nun greifen ihn die Insekten an. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wendet er sich an seine Mutter, die tadelnd den Zeigefinger erhoben hat. Die lateinische Inschrift oben rechts erklärt die Bedeutung des Bildes: „Dass Amor, während er den Honig aus der Höhle stahl von den Bienen in den Finger gestochen…
Die Zeit im Gepäck
Zu der Zeit, als diese Klappsonnenuhr hergestellt wurde, waren mechanische Räderuhren bereits weit verbreitet. An Kirchtürmen und städtischen Rathäusern gaben sie den Takt des öffentlichen Lebens vor. Trotzdem blieben die zuvor für die Zeitmessung verwendeten Sonnenuhren weiterhin in Gebrauch. Vor allem auf Reisen waren solche leichten und gut transportablen Klappsonnenuhren unentbehrliche Begleiter. Der eingebaute Kompass half bei der für die Zeitbestimmung nötigen Nord-Süd-Ausrichtung.
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Ein schlichtes Kleid?
Fast ohne Zier kommt dieses lachsfarbene Kleid aus hochwertigem Seidentaft aus. Durch die Reduktion der Ornamente wird das Wesentliche zur Schau gestellt. Es war passgenau für seine Trägerin geschneidert und umspielte schmeichelnd ihre Körperform. Nur die Brustpartie und die Ärmel liegen eng an, während der restliche Stoff frei fallen kann. Die Schleppe des Kleids macht deutlich, dass es sich um ein Festgewand handelt. Schließlich findet man am Rücken doch noch ein Zierelement: Die Reihe von seidenbezogenen…
Ein Evangelist als Maler
Der heilige Lukas sitzt an einer Staffelei und malt die Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Sie sitzt an einem Kaminfeuer in einem Nebenraum, dessen Türöffnung die Szene wie ein Bild einrahmt. Die beiden Räume sind so angelegt, dass zwischen Maler und Modell kein Blickkontakt möglich ist. Dies ist als Hinweis zu verstehen, dass Lukas die Gottesmutter nicht leibhaftig vor sich hatte, sondern eine göttliche Erscheinung malte. Die Darstellung…
Ähnlich, aber einzigartig
Wilhelm Lehmbruck schuf 1911 eine lebensgroße weibliche Aktplastik aus Gips, die er Die Kniende nannte. Begleitend fertigte er mehrere Büsten der Knienden, die sich durch Material und Oberflächendetails unterscheiden. Das Exemplar im GNM besteht aus gelblichem Ton. Obwohl die Bearbeitungsspuren der Figur Einzigartigkeit verleihen, stellte Lehmbruck keine konkrete Person dar. Vielmehr zeigt die Büste eine universelle menschliche Geste. Die Frau hat ihre Augen geschlossen und den…