Blick in fremde Häuser
Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind äußerst selten. Das GNM besitzt gleich vier Exemplare aus dieser Zeit, von denen das Stromersche Puppenhaus am besten erhalten ist. Der Name rührt von der letzten Besitzerfamilie her, weil die ursprünglichen Auftraggeber nicht bekannt sind. Am Giebel ist als Datierung 1639 vermerkt. Zwar erinnern einige architektonische Details an Nürnberger Häuser des 17. Jahrhunderts, jedoch ahmt das Puppenhaus kein reales Gebäude nach. Die einheitliche Größe der Wirtschaftsräume kann…

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Blind gezeichnet?
Wie kommt ein deutscher Künstler des 16. Jahrhunderts dazu, ein Rhinozeros darzustellen? Exotische Tiere wie diese waren auf dem europäischen Kontinent weitgehend unbekannt. Tatsächlich hat Dürer das Nashorn, das er hier so detailgenau wiedergibt, nie selbst gesehen. Dennoch gibt er das Tier sehr lebensnah wieder. Der massige Körper ist über den kurzen, reptilienartigen Beinen mit einem wehrhaften Panzer geschützt. Buckel, Grate und warzenartige Erhebungen geben ihm Struktur. Mit einem Muster aus feinen Linien…

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Ein Jahrhundertfund
Der Goldhut entstand vor ungefähr 3000 Jahren, in der späten Bronzezeit. Er kam 1953 im Wald bei den Ortschaften Ezelsdorf und Buch beim Roden von Baumstümpfen ans Tageslicht, wurde dabei jedoch in viele kleine Einzelteile zerhackt. Nachdem der sensationelle Rang des Fundes vom Germanischen Nationalmuseum erkannt worden war, konnten die Fragmente einer aufwändigen Restaurierung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz zusammengefügt werden. Ursprünglich hatte der Hut wohl auch eine breite Krempe, von der jedoch nur ein klei……

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Der lange Ton
Die Bassposaune von Isaac Ehe aus dem Jahr 1612 beeindruckt in vielerlei Hinsicht, zunächst durch ihre schiere Größe. Würde man das vollständig verbaute Rohr ausrollen, hätte es eine Länge von über 4,20 m. Um die Tonhöhe bei einer Posaune zu regulieren, verändert man die Rohrlänge beim Spielen, indem man zwei U-förmige Rohrteile am unteren Ende gegeneinander verschiebt. Spielt man die tiefsten Töne einer Bassposaune, muss der Zug so weit hinausgeschoben werden, dass der durchschnittliche Arm eines Menschen fast zu kurz ist. Dafür…

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Wer schön sein will, muss leiden
Die Trägerin dieses Reifrocks hatte es nicht leicht, wenn sie durch Türen gehen oder in einer Kutsche sitzen wollte. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit wurde jedoch durch ein imposantes und standesgemäßes Auftreten kompensiert. Reifröcke betonten die Hüften ihrer Trägerin auf übertriebene Weise und ließen dadurch die geschnürte Taille noch schmaler erscheinen. Außerdem versteckten sie den Unterkörper, was den Sittenvorstellungen des 18. Jahrhunderts entsprach. Die Damenmode musste damals fast bodenlang sein. Nur…

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Silber trifft auf Elfenbein
Friedrich Adler entwarf 1910 die silberne Prunkbowle, deren Umsetzung die Nürnberger Goldschmiedewerkstatt J. C. Wich übernahm. Sie ist nicht als Gebrauchsgegenstand, sondern als Schaustück zu verstehen. Dem zylindrischen Unterbau der Bowle sind gedrechselte Elfenbeinsäulchen vorgelagert. Die eigentliche Schale ist trompetenförmig und zeigt stilisiertes Rankenwerk vor patiniertem Grund. Auf dem Deckel verbinden sich sphärische Dreiecke zu flachen Zeltspitzen. Der Knauf ist eine Arbeit aus durchbrochenem Elfenbein, durch…

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Luxus aus Augsburg
Das ungewöhnlich große Service besteht aus 53 Teilen und umfasst Toilettengarnitur, Schreibzeug und Frühstücksgeschirr – kurzum alles, was eine Dame aus bestem Hause um 1700 im Laufe des Tages benötigte. Gemeinsam ist allen Teilen die besonders kostbare und fragile Verbindung von Achatelementen und vergoldetem Silber. Alles konnte platzsparend in dem eleganten Koffer aus rotem Leder verstaut oder transportiert werden. Allerdings spricht der gute Erhaltungszustand vieler solcher Service dafür, dass sie…

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Mahnen und Verlocken
Die Liebesgöttin Venus und Amor, der oft als ihr Sohn gilt, stehen nackt in einer Landschaft. Der kleine Amor hat eine Honigwabe aus einem Bienenstock in einem Baumstamm gestohlen. Nun greifen ihn die Insekten an. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wendet er sich an seine Mutter, die tadelnd den Zeigefinger erhoben hat. Die lateinische Inschrift oben rechts erklärt die Bedeutung des Bildes: „Dass Amor, während er den Honig aus der Höhle stahl von den Bienen in den Finger gestochen…

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