Funktion und Formvollendung
Sowohl die Höhe als auch der Neigungswinkel der Platte sind bei diesem Ständerschreibtisch aus der Mitte des 18. Jahrhunderts verstellbar. Deswegen kann man ihn als Vorläufer unserer heutigen ergonomischen Stehpulte bezeichnen. Unter der Schreibfläche befindet sich ein Kasten mit zwei Schubladen, in dem man Zubehör ablegen kann. Der gedrechselte Standfuß ist schmal und lässt viel Beinfreiheit. Aber mindestens genauso wichtig wie die komfortable Nutzung war…
Absolute Präzision
Ein Torquetum wurde zur Vermessung der Welt und des Himmels genutzt. Es zeigt modellhaft die Lage von Horizont und Äquator und dient zur Bestimmung des Sonnenstands - und damit der Zeit. Man verwendete Torqueten auch zur Berechnung von Längen, Höhen und Breiten. Dadurch ließen sich Sternpositionen genau bestimmen, man konnte aber auch die Höhe von Bergen oder Bauwerken ermitteln. Daneben wurde es, wie die meisten astronomischen Geräte, für astrologische Berechnungen eingesetzt.
……
Ein Zimmer zieht um
Als im Jahr 1901 die gesamte Inneneinrichtung eines barocken Wohnhauses in Aachen versteigert wurde, erwarb das Germanische Nationalmuseum den „kleinen Gobelinsaal“. Die geschnitzten Wandvertäfelungen aus Holz und die Bildteppiche wurden ins Museum transferiert, wo sie bis heute den ursprünglichen Raumeindruck wiedergeben. Nur die stuckierte Decke sowie die Möbel fehlen. Ein Kamin aus einem Schloss in Lüttich ergänzt das Ensemble, da das Original in Aachen verblieb. Die Holzsichtigkeit der V……
Beschützerin der Kunst
Die römische Göttin Minerva – bei den Griechen bereits als Athene verehrt – galt in der antiken Mythologie als Hüterin des Wissens und Göttin der Weisheit. Darüber hinaus sprach man ihr auch Einfluss auf die Geschicke des Staates und die taktische Kriegsführung zu. Entsprechend wehrhaft ist sie hier mit einem prächtigen Federhelm, einem Schuppenpanzer und wadenhohen Stiefeln ausgerüstet. Ihr Schild ist mit dem Haupt der Medusa geschmückt, dessen Anblick der Sage nach alle Gegner zu Stein erstarren ließ.
…
Die Jagd, ein fürstliches Vergnügen
Die fürstliche Leidenschaft für das Jagen bestimmt das Bildprogramm dieses Pokals aus der Zeit um 1720. Auf der Schale, auch Cuppa genannt, und am Fuß des Pokals sind in flachem Relief Jagdszenen zu sehen. Der Schaft ist als Eichenstamm ausgebildet, und auch auf dem Deckelknauf steht eine Eiche mit belaubter Krone. Um den Baum herum spielt sich eine dramatische Szene mit mehreren Figuren ab: Zwei Jäger reiten auf eine Gruppe aus drei Hunden und einem gewaltigen Hirsch zu, der…
Ein besonderes Geschenk
Wie viele Rüstungen in der Sammlung des GNM war dieser Plattenharnisch für das Turnier bestimmt. Er gehörte zu einer Serie von sechs gleichartigen Harnischen mit Zusatzstücken für verschiedene Disziplinen. In Auftrag gegeben hat ihn die sächsische Kurfürstin Sophie als Geschenk für ihren Ehemann, Christian I. von Sachsen. Der turnierbegeisterte Kurfürst hatte in seiner Dresdner Residenz eigens einen Platz für Reiterspiele bauen lassen, der 1591 fertiggestellt wurde. Zu Weihnachten jenes Jahres sollte…