Beschützerin der Kunst
Die römische Göttin Minerva – bei den Griechen bereits als Athene verehrt – galt in der antiken Mythologie als Hüterin des Wissens und Göttin der Weisheit. Darüber hinaus sprach man ihr auch Einfluss auf die Geschicke des Staates und die taktische Kriegsführung zu. Entsprechend wehrhaft ist sie hier mit einem prächtigen Federhelm, einem Schuppenpanzer und wadenhohen Stiefeln ausgerüstet. Ihr Schild ist mit dem Haupt der Medusa geschmückt, dessen Anblick der Sage nach alle Gegner zu Stein erstarren ließ.
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Die Zeit in der Tasche
Dosenuhren wie diese machten im Mittelalter zum ersten Mal die Uhrzeit immer und überall verfügbar. Zuvor bestimmten große Turmuhren an Kirchen und Rathäusern den Takt des öffentlichen Lebens. Grundlage dafür war eine der bahnbrechendsten Innovationen des Mittelalters, die Erfindung der mechanischen Räderuhr. Welche Auswirkungen diese Erfindung auf alle Bereiche des Lebens hatte und wie sie unser Zeitverständnis bis heute prägt, verrät die DigitalStory …
„Mutter und Kind“
Das Doppelvirginal zählt zu den sogenannten Kielklavieren. Wie bei Cembalo und Spinett werden die Saiten durch Federkiele gezupft. Die Besonderheit dieses Virginals besteht darin, dass es zwei eigenständige Instrumente in sich vereint. Die niederländische Bezeichnung „De Moeder met het Kind“ wurde im Deutschen als „Mutter und Kind“ übernommen. Das Hauptinstrument hat rechts unten eine Aussparung mit einer Klappe, in die das kleine Instrument passgenau hineingeschoben werden kann. Sinnbildlich ist es darin wie das Kind im Bauch ein……
Elegante Schlichtheit
Auf den ersten Blick besticht die Keramik-Vase durch ihre Schlichtheit, ihre leuchtend kobaltblaue Farbe und ihre elegante Knospenform. Sie entstand um 1870 in der Pariser Werkstatt von Théodore Deck. Über dem Standring geht die zylindrische Vase in lange blattartige Gebilde über, zwischen denen ein niedriger Hals sitzt. Erst bei genauerer Betrachtung fallen zwei Ornamentbänder auf: Über dem Standring liegen Wellen und um den Hals ein Rautenmuster. In der blauglasierten Bodenfläche ist die Marke TH DECK eingepresst.
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Ein familiäres Bildnis?
Selbstbewusst richtet diese Frau ihren Blick nach vorn. Eine Inschrift auf der Rückseite der Gipsbüste verrät, dass sie die Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin im Jahr 1901 darstellt. Das ebenfalls sichtbare Monogramm „K. K.“ konnte bisher niemandem zugeordnet werden, jedoch dürfte der Porträtkopf im Umkreis des Malers Georg Friedrich Zundel entstanden sein. Zundel war der zweite Ehemann Zetkins. Er war bekannt für idealisierende Bildnisse von Arbeiter*innen. Die unregelmäßige, „impressionistische“ Oberfläche der…
Vom Machen der Schachteln
Unter Schachteln verstand man bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ausschließlich solche massenweise produzierten Behältnisse aus Holzspänen. Hergestellt wurden sie in Regionen mit reichem Nadelbaumbestand wie dem Thüringer Wald, Böhmen und Oberbayern, wo Berchtesgaden ein Zentrum des Schachtelmacherhandwerks war.
Ein schmales, dünnes Holzbrett wurde zunächst lange in Wasser eingeweicht. Der Span ließ sich danach biegen und um einen hölzernen Formstock legen. Anschließend entfer……
Ein individuelles Bildnis
Das Bildnis des Grafen Georg von Löwenstein ist eines der frühesten erhaltenen Porträts eines deutschen Malers. In verblüffender Naturtreue erfasst es die individuellen Züge des greisen Klerikers. Die gealterte Haut, das schütter werdende Haar und die an der Schläfe hervortretende Ader wurden vom Maler genauestens beobachtet und mit feinem Pinselstrich wiedergegeben. Der so lebensnah dargestellte Georg von Löwenstein stammte aus einer fränkischen Adelsfamilie…
Fingerübungen
Studienblätter wie dieses waren nie für das große Publikum bestimmt. Es waren Übungen, Überlegungen auf dem Papier, mit denen sich Caspar David Friedrich seinem Motiv annäherte. Auf diesem Blatt zeichnete er Stämme und Wurzeln von Buchen in verschiedenen Variationen. Er probte die Wirkung einzelner Striche und Schraffuren und arbeitete mit lasierenden Schichten von Wasserfarbe Licht- und Schatteneffekte heraus. Farbmuster am Rand zeigen, wie er verschiedene Mischungen aus warmen Grau- und…
Blick in fremde Häuser
Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind äußerst selten. Das GNM besitzt gleich vier Exemplare aus dieser Zeit, von denen das Stromersche Puppenhaus am besten erhalten ist. Der Name rührt von der letzten Besitzerfamilie her, weil die ursprünglichen Auftraggeber nicht bekannt sind. Am Giebel ist als Datierung 1639 vermerkt. Zwar erinnern einige architektonische Details an Nürnberger Häuser des 17. Jahrhunderts, jedoch ahmt das Puppenhaus kein reales Gebäude nach. Die einheitliche Größe der Wirtschaftsräume kann…