Die Gegenwart des biblischen Geschehens
Das Bild vermittelt einen lebendigen Eindruck von einer Bürgerstube des 15. Jahrhunderts. Der Münchner Stadtmaler Gabriel Mälesskircher versetzt die Erzählung aus dem Neuen Testament in die spätmittelalterliche Gegenwart. Vertraute Dinge des täglichen Lebens sollten Gläubigen das biblische Geschehen näherbringen.
Ursprünglich gehörte die Tafel vermutlich zu einem Marienretabel in der Klosterkirche Tegernsee…
Der Wunsch nach ewigem Leben
Ursprünglich war die Skulptur, die heute aufrechtstehend präsentiert wird, als liegende Grabfigur entworfen worden. Die überlebensgroße Darstellung des Grafen Heinrich III. von Sayn zierte die Deckelplatte seines Hochgrabs in der Prämonstratenserabtei Sayn. Die Abtei war von seinen Vorfahren gestiftet worden und liegt am Fuß des Familienstammsitzes nahe Koblenz. Der 1247 verstorbene war einer der mächtigsten Herrscher am Mittel- und Niederrhein. Ihm unterstanden mehrere Grafschaften und…
Jagd nach dem Altertum
Das Germanische Nationalmuseum versteht sich maßgeblich als Museum für den deutschsprachigen Raum. Als um 1900 der Trakt mit den sogenannten Bauernstuben eingerichtet wurde, war es daher naheliegend, dass auch ein Zimmer aus der deutschsprachigen Schweiz gezeigt wurde. Museumsleute und Freunde historistischer Lebenswelten machten damals regelrecht Jagd auf derartige Getäfer, wie die Wandvertäfelungen in der Schweiz heißen. Die dortigen Museumsdirektoren und Denkmalpfleger zeigten sich…
Ein einzigartiger Fund
Auf diesen römischen Paradehelm aus der Zeit zwischen 175 und 250 nach Christi Geburt stieß man 1974 bei einem Wettpflügen in Theilenhofen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken. Es war ein einzigartiger Fund: Zuvor kannte man Helme dieser Art nur durch Darstellungen und Fragmente, und nun war erstmals ein vollständig rekonstruierbares Exemplar aufgetaucht. Der Helm wurde auf dem Areal des zum Kastell Iciniacum gehörenden Lagerdorfes gefunden..
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Globus 1492 – „Zeitalter der Entdeckungen“
Der Behaim-Globus gilt als älteste erhaltene Erddarstellung in Kugelform. Schon die Griechen der Antike wussten, dass die Erde rund ist, und fertigten Globen an. Jedoch ist nicht bekannt, dass einer von ihnen die Zeit überdauerte. Martin Behaim verwendete für die Konzeption des Globus eine Vielzahl antiker und zeitgenössischer Quellen. Jedoch mangelte es noch an exakten Karten und empirischen Erfahrungen. Der Globus fasst das bekannte Wissen über die Welt zusammen und gleicht einer…
Vom Machen der Schachteln
Unter Schachteln verstand man bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ausschließlich solche massenweise produzierten Behältnisse aus Holzspänen. Hergestellt wurden sie in Regionen mit reichem Nadelbaumbestand wie dem Thüringer Wald, Böhmen und Oberbayern, wo Berchtesgaden ein Zentrum des Schachtelmacherhandwerks war.
Ein schmales, dünnes Holzbrett wurde zunächst lange in Wasser eingeweicht. Der Span ließ sich danach biegen und um einen hölzernen Formstock legen. Anschließend entfer…
Alles begann mit Aufseß …
Hans von und zu Aufseß war der Gründer und bis 1862 der erste Direktor des Germanischen Nationalmuseums. Als Nachkomme eines reichsritterlichen Geschlechts, widmete er sich bereits während seines Jura-Studiums mit großer Leidenschaft historischen Forschungen und verwaltete die Familiengüter. Seine umfangreiche Privatsammlung aus Kunst- und Altertumsschätzen sowie Büchern, Handschriften und Archivalien bildete den Grundstock für das Museum, welches heute mit mehr als 1,4 Millionen Objekten das größte…
Funktion und Formvollendung
Sowohl die Höhe als auch der Neigungswinkel der Platte sind bei diesem Ständerschreibtisch aus der Mitte des 18. Jahrhunderts verstellbar. Deswegen kann man ihn als Vorläufer unserer heutigen ergonomischen Stehpulte bezeichnen. Unter der Schreibfläche befindet sich ein Kasten mit zwei Schubladen, in dem man Zubehör ablegen kann. Der gedrechselte Standfuß ist schmal und lässt viel Beinfreiheit. Aber mindestens genauso wichtig wie die komfortable Nutzung war…
Göttlicher Geleitschutz
Die Figurengruppe verbildlicht die Geschichte von Tobias und dem Engel, die in den apokryphen Schriften des Alten Testaments überliefert ist. Tobias begibt sich darin auf eine gefahrvolle Reise, um das in der Ferne von seinem Vater hinterlegte Vermögen zurückzuholen. Auf dessen Rat hin engagiert er einen Reisebegleiter als Geleitschutz. Er ahnt nicht, dass es sich dabei um den Erzengel Raphael handelt, der ihm unerkannt auf der Reise zur Seite steht. Unter anderem hilft er Tobias, im Fluss Tigris einen…